Europa Team – AEROCLUB NRW

Gesamtroute, 2.000 km, 5 Tage, 16:32 h Flugzeit, 9 Zwischenlandungen

Auf nach Italien! Der Nord-Törn Anfang Mai war der Test – auch mit dem alten „Papa Echo“ Motorsegler SF25 sind Strecken- und Reiseflüge möglich. Die Reichweite ist jedoch mit dem kleinen Tank und der langsamen Reisegeschwindigkeit eingeschränkt: Nach etwa 2 Stunden bzw. 260 km muss wieder getankt werden. Trotzdem konnte ich kurzfristig an der Italien Tour vom Landesverband AEROCLUB NRW mit insgesamt 20 Flugzeugen teilnehmen.

5. Juni 2019 – Tag 1 – zum Jagdgeschwader

Der Tag begann leicht stressig, während sich die anderen Flieger am Flugplatz sammelten, saß ich noch im Wartezimmer beim Arzt. Der Check war seit längerem geplant aber aus „eben nochmal zum Doc“ wurden dann doch 4 Stunden, die die anderen Flieger schon Vorsprung hatten. Peter und Thomas hatten PE dankenswerterweise schon ausgeräumt und gegen 13 Uhr waren Sack und Pack verstaut und es ging endlich los. (Die anderen Flieger schwebten jetzt schon in Manching ein…)

Die erste Zwischenlandung war in Rothenburg o.d.T. Es war wenig Betrieb (werktags) und so konnte ich direkt tanken, zahlen und weiter fliegen. Wie gut, dass ich die gesamte Flugvorbereitung schon am Vorabend erledigt hatte, so reichte ein kurzer Blick ins pcmet auf dem Tablet, weiterhin CAVOK – (clouds and visibility OK) – die wesentlichen Kriterien bei Flügen nach Sichtflugregeln. Also weiter zum Jagdgeschwader 74 nach Neuburg an der Donau.

In Neuburg angekommen, ging es direkt zur Alpenflugeinweisung, alle anderen 39 Flieger/innen saßen schon da, und endlich konnte es losgehen. Es war sehr gut, die wesentlichen Verhaltensregeln vor einem Alpenflug aufzufrischen. In den richtigen Bergen ist das Fliegen etwas anspruchsvoller als über den Hügeln im Sauerland.
Der Tag klang im Biergarten im nahe gelegenen Sporthotel aus, und ich war froh, dass heute alles wie geplant lief.

6. Juni 2019 – Tag 2 – über die Alpen nach Italien

Guten Morgen in Neuburg, heute ein strammes Programm: Wecker um 05:30 Uhr, Frühstück um 06:00 Uhr, Briefing um 06:15, Takeoff um 08:15 Uhr kurz nach dem Start der Alarmrotte Eurofighter
ein paar Liter nachtanken, per Schüttelschlauch bei WD abgezapft, ein behelfsmäßiger Papptrichter tut’s auch.

Am Vorabend wurden die Formationen nach Fluggeschwindigkeit festgelegt, schnell, mittel und langsam. Weil ich das englische Sprechfunkzeugnis habe, war „Papa Echo“ der Formationsführer und ich hatte 3 UL in der Gruppe. Zu viert sollte es für uns also über die Alpen gehen. Wir waren nicht nur die Langsamen, aufgrund des kleinen Tanks brauchten wir auch noch einen Zwischenstopp! Nach Wetterberatung wurde Kufstein ausgewählt, Flugplan aufgegeben und als wir kurz vor 8 Uhr zur Piste rollten, donnerten zwei Eurofighter über uns in den Himmel. Schade, dass die Zeit auf der Airbase viel zu knapp war, ich hätte gerne noch in F-4 Phantom Erinnerungen geschwelgt. Aber das Wetter sollte schlechter werden und wir hatten heute noch viel vor.

München – die Stadt mit dem schwarz-gelben Stadtwappen 😉
Die Wolken in Richtung Alpen werden dichter, oha, ob das schlechte Wetter schon früher herein zieht? Bis Rosenheim war es noch recht dunstig, aber in den Bergen wurde es besser und in Kufstein scheint wieder die Sonne.

Tankstopp in Kufstein, ein toller Segelflugplatz, der neue Flugplan ist bereits aufgegeben und bei AIS Österreich nach telefoniert, die „Papa Echo“ Formation darf schon in 30 Minuten weiter fliegen, normalerweise braucht ein Flugplan 60 Minuten Vorlauf. Während wir an den Flugzeugen stehen, knattern die schnelle und die mittelschnelle Formation über uns hinweg in Richtung Brenner.
Der Flugleiter in Kufstein ist sehr hilfsbereit und gibt uns ein ausführliches Wetterbriefing anhand von verschiedenen Webcams auf dem Weg zum Brenner. „Alles frei, da kommt ihr gut durch.“ Und so geht es sofort weiter.
Auf dem Weg nach Westen, Richtung Innsbruck. Wir sind schon 5.000 ft hoch – und die Wolken im Norden auch. Ein bisschen höher sollte die Basis für eine Brennerüberquerung schon sein.
Innsbruck Tower kennt unseren Flugplan uns lässt uns auf der gewünschten Mike-Route direkt zum Brennerpass fliegen.
Kurs Süd bei Gries am Brenner, die Wolken sind deutlich angestiegen, wir fliegen schon höher als FL 60.
„Durch diese hohle Gasse muss er kommen…“ Blick auf die engste Stelle am Brenner. Wir sind hoch genug und fliegen bequem über den Pass.
Auf italienischer Seite ist das Tal noch recht schmal und wir fliegen zunächst dicht am Berg. Das Tal wird zunehmend breiter und es sind auch ein paar mögliche Außenladefelder zu sehen.
Wir sind bei Bressanone vorbei, ein Blick auf die Dolomiten, aber jetzt zieht sich der Flug in die Länge. Es sind noch 100 km zu fliegen, wir haben eine Reisegeschwindigkeit von 100 km/h abzüglich kräftigem Gegenwind. Aber eigentlich ist das auch vorteilhaft, so können wir länger fliegen, und genau deshalb sind wir ja in dieser schönen Gegend unterwegs. Also zurücklehnen, entspannen und genießen.
Wir landeten rechtzeitig in Trento, es zog ein dicker Schauer das Tal herauf. Links und rechts hohe Felswände und von vorne zog eine bedrohliche dunkelgraue Regenwand auf uns zu, ein paar Minuten nach der Landung fängt es kräftig an zu regnen. Ich sitze noch im Flieger, Wasser läuft unter dem Haubenrahmen durch! Verflixt, nichts wie ‚raus und die Haube abkleben. Für diesen Fall ist Panzertape eingepackt, das klebt zum Glück auch auf dem nassen Flugzeug. Am Ende der Aktion bin ich patsch nass, aber zumindest blieben Cockpit und Instrumente trocken. Glück gehabt!
Im Bild ist der Schauer durchgezogen, jetzt wird alles für die Nacht vorbereitet.
„Papa Echo“ Formation Parkposition auf Gras, hier halten Bodenanker, wer weiss, was die Nacht bringt, es ist ziemlich schwül.
Blick in Flugrichtung: Durch das Tal sollte es heute noch weitergehen, aber es ist gut, dass wir hier am Flugplatz übernachten. Das Hotel und Restaurant sind zu empfehlen. Übrigens, VW und WD sind auch da, findest du sie?
Nach dem Abendessen ein kleiner Spaziergang um den Flugplatz herum – AEROCLUB NRW mit 20 Flugzeugen on Tour – das Wetter hat sich beruhigt, gute Nacht!

7. Juni – Tag 3 – Italien erkunden – Venedig

das NRW Europa Team – gut gelaunt nach dem Frühstück – vor einem weiteren tollen Flugtag
Heute fliegen wir ohne ohne Flugplan und FIS. Christian übernimmt mit seinem selbst gebauten Kiebitz als Langsamster die Führung. So können wir alle besser zusammen bleiben. Bild ist am Rollhalt vor der Piste.
Formation „Wiesel“ ist abflugbereit. Fünfter im Bunde ist heute eine C42 aus Schmallenberg – „Romeo Delta“.
Die Crew von „Romeo Delta“ hat eine kuriose Geschichte zu berichten: Im Anflug auf Trento ist das Handy aus dem Flugzeug gefallen, aus mehreren hundert Metern Höhe! Per App wurde das Handysignal geortet und dem verdutzten Taxifahrer unter die Nase gehalten: „wir müssen da hin, genau in diesen Weinberg“ Und tatsächlich wurde das Handy gefunden. Es hat den Sturz unbeschadet überstanden und funktioniert einwandfrei, zwei Tage später wurde damit „Papa Echo“ über Venedig fotografiert (s.u.).
einige Minuten nach dem Start, schönstes Wetter, gute Sicht und ein tolles Panorama – Fliegen ist einfach geil!
Über den nahe gelegenen Gardasee drehen wir eine kleine Ehrenrunde und fliegen nördlich um die Kontrollzone Verona herum in die Po-Ebene.
Es wird ziemlich diesig und die dünnen Cumulanten sind recht tief. Wie gut, dass wir heute als „microlight formation“ unter dem Radar unterwegs sind. Hier überqueren wir den Po beim kleinen Örtchen Ficarolo.
Nach dem Fluss wird das Wetter zusehend besser und an unserem ersten Etappenziel Ozzano (östlich Bologna) ist wieder Sicht bis zum Horizont. Wie unterschiedlich das Wetter auf 200 km doch sein kann!
Wir sind von dem schönen Flugplatz Ozzano begeistert. Alles ist sehr gepflegt, in der Werft wird gearbeitet, auf dem Vorfeld werden Flugzeuge vorbereitet, die gesamte Stimmung ist freundlich und sehr entspannt. Landegebühren? Nein, bei uns doch nicht. Wir tanken die Flieger auf und gehen ins nahe gelegene Restaurant zum Mittagessen. Anschließend gibt’s Kaffee und Siesta in der gemütlichen Pilot Lounge (rechts im Bild).
Wiesel Formation
Im Schatten unter der Tragfläche werden die nächsten Flugziele erörtert. Uns allen hat dieser Flug mit fünf Flugzeugen sehr gefallen, ebenso die ausgedehnte Pause am Flugplatz. Wir sind uns schnell einig, die beiden schnelleren Formationen nicht mehr einzuholen, das wäre uns mit vielen kurzen und langsamen Flügen viel zu stressig. Also schauen wir nach Alternativen. Trotz guter Stimmung in der Wiesel-Gruppe lösen wir die 5er-Formation hier schon auf. Die „Romeo Delta“ (Thorsten und Michael aus Schmallenberg) und ich müssen sowieso früher umkehren, uns zieht es gen Norden. Christian, Willi und Willi haben einige Tage länger Urlaub und wollen weiter gen Süden fliegen. Die „Papa Echo“ Formation sind also noch zwei Flugzeuge und wir haben uns Venedig als Ziel für heute vorgenommen.
„Papa Echo“ auf Kurs nach Venezia
Hafenstadt Chioggia – der erste Pflichtmeldepunkt (Sierra 4) für Lido Venezia – auf der Frequenz ist wenig los, die Verständigung klappt bestens, wir können entspannt in 1.200 ft an der Küste entlang cruisen. Höher geht es nicht, ab 1.500 ft beginnt der kontrollierte Luftraum um den Verkehrsflughafen Venedig.
Sauerländer Formation
Parken in Lido (auf Lido? Ist eine Insel…) Wir suchen in der Nähe ein Hotel und werden über eine Internetplattform schnell fündig. Es ist noch Vorsaison und so übernachten wir sehr günstig für 35,- Euro pro Person in der Villa Edera. Zu Fuß sind wir zügig beim Hotel und der Fähranleger nach Venedig liegt auch ganz nah beim Hotel. Kurz duschen, ab aufs Schiff und schon stehen wir in Venedig auf dem Markusplatz.
Flugplatz – Hotel – Fähre – Markusplatz
ein Fliegerbild für Olivia

8. Juni – Tag 4 – über den Brenner zurück nach Deutschland

Der Tag beginnt mit einem ausgedehnten Frühstück. Auf der Terrasse ist die Temperatur noch angenehm und wir genießen italienischen Flair. Wir bleiben länger sitzen und erledigen die Flugplanung, heute zwei Flüge: nach Trento und später weiter nach Kempten. Noch sind die Alpen im Norden dicht, am frühen Abend soll das Wetter dort aber fliegbar sein.

hey, warum überholt RD den Formation Leader?
Blick auf Lido und unser Hotel
Wer möchte hier Urlaub machen? Ich nicht…
chiao bella Italia
Anflug Brenner vom Süden – wir flogen in FL 70 an, müssen aber etwas sinken, weil die Wolken in Österreich tiefer sind als in Italien.
Im Innsbruck Tal sind 8/8 Bewölkung in etwa FL60 – aber im Westen ist schon die Sonne zu sehen.
schönes Wetter über den Deutschen Alpen – Mittags war hier noch GAFOR „Mike“
Zugspitze mit Wattehaube
Watt isssn datt für eine Hütte?
Landung in Kempten gegen 19 Uhr. Es lief alles wie geplant, der Flugplan ist geschlossen. Wir trinken ein welcome Bier unterm Tower und versorgen dann die Flugzeuge. Zur Übernachtung geht es in den nahe gelegenen Landgasthof Zum Schwanen – etwas einfache Einrichtung aber gut zum Schlafen und das Essen hat gut geschmeckt.

9. Juni – Tag 5 – ab nach Hause

Flugplatz Memmingen – Techno Festival Ikarus
letzter Tankstopp in Mainbullau im Odenwald, auch ein schöner Flugplatz mit Restaurant
wieder zu Hause
eine Menge neuer Flugerfahrung – und viele tolle Eindrücke – die diese Fotoserie nur andeutungsweise wiedergeben kann. Am besten selbst hin fliegen!

Anmerkung Unterwegs habe ich überall freundliche und hilfsbereite Leute kennen gelernt. Flugleiter, Lotsen, Bodenpersonal und andere Piloten hatten stets ein offenes Ohr für uns. Ohne deren tatkräftige Unterstützung wäre diese Tour kaum so reibungslos verlaufen. Danke!

Nord Törn mit dem Motorsegler „Papa Echo“  – der Weg ist das Ziel – 1.600 km in 5 Tagen

Dienstag, 30. April: Werdohl – Ganderkesee – Flensburg

Eigentlich sollte es über Ganderkesee nach Helgoland und weiter nach Sylt gehen, aber die feuchte Luft über der Nordsee sorgte für Nebel und tiefen Stratus. Also erst mal auf gen Bremen. „Papa Echo“ hat einen kleinen 40 Liter Tank und so muss nach etwa 300 km oder 2 Stunden ein Tankstopp eingelegt werden.

1. Zwischenstopp zum Tanken in Ganderkesee. Weil sich das Wetter über der Nordsee und auch auf Sylt immer noch nicht gebessert hat, wird als nächstes Ziel Flensburg angesteuert.

Lürssen Werft an der Weser, nördlich Bremen

Von der Nordsee ziehen tiefe Wolken ins Land. Hier am Flüsschen Oste südlich der Elbe wird deutlich wie wenig Luft zwischen Boden und Wolken ist. Draußen auf der Nordsee bei Helgoland dürfte es ähnlich sein, bei geschlossener Wolkendecke. Mit „Papa Echo“ geht es locker über den Wolken weiter nach Norden, Schleswig-Holstein ist schon in Sicht.

Ankunft in Flensburg bei sehr gutem Fliegerwetter. Sylt ist immer noch dicht und so übernachte ich hier im Fliegerheim. Auch eine Morane kommt noch an, sie wollten nach Wyk fliegen, haben aber in Dagebüll umgedreht und fahren lieber mit dem Bus.

Mittwoch, 1. Mai: Flensburg – Sylt

Guten Morgen in Flensburg – bestes IFR-Wetter: tiefe Wolken, schlechte Sicht, Sprühregen, kräftiger Wind, GAFOR: X – also folgt gemütliches Kaffeetrinken bei Kalle in der Flugleitung.

Info für Nichtflieger: der Screenshot zeigt „pcmet“ eine Software vom DWD speziell für Piloten, läuft als App auf dem Tablet. die „5“ bei Leck bedeutet eine Wolkenuntergrenze von 500 Fuß, bzw. rund 150 Meter. Die Fliegerkarte verrät, dass die Windräder bei Leck 184 Meter hoch sind, d.h. die Spitzen der Windräder drehen in die Wolken hinein. Nee, nee, bei solch einem Wetter muss ich nicht fliegen. Der Vollständigkeit halber muss zwischen AGL und MSL unterschieden werden. Die Wolkenuntergrenze ist als Höhe über Grund angegeben. Die Höhe der Hindernisse wird über dem Meeresspiegel angegeben. In Nordfriesland ist das aber so ziemlich das Gleiche, Flugplatz Leck liegt 24 Fuß (7,3 Meter) über dem Meeresspiegel.

Gegen Mittag könnte sich Besserung einstellen, so die optimistische Vorhersage, also erst mal am Platz umschauen und alte Bekannte treffen, im LSV Flensburg war ich Ende der 80er aktiv und habe 1992 meinen Standard Cirrus hier am Platz übernommen. Heute gibt es ein Wiedersehen mit Christian, er hat in Haltergemeinschaft eine Dimona und es muss ein Probelauf stattfinden. So gab es zumindest etwas zu tun, nur das Wetter wurde nicht besser und es war schon früher Nachmittag. Die Alternative Kiel wurde geprüft, die Wolken sind dort etwas höher, aber das Gelände und die Windräder auch!
Den Tag hatte ich schon abgeschrieben und das Zimmer wieder bezogen, da gab es doch einen Lichtblick, gegen 17 Uhr meldete Sylt 1.000 ft Wolkenuntergenze und passable Sicht. Also wieder das Gepäck in den Flieger und nochmal pcmet checken, jetzt waren es sogar 1.200 ft Untergrenze – also los, zwischen Windrädern und Wolken ist gerade genug Luft für Sichtflieger.
Unterwegs stellte ich fest, dass dies meine Minimum Bedingungen waren, bei noch schlechterem Wetter ist es sicherlich kein Spaß mehr. Ich hatte aber stets die Möglichkeit umzukehren oder auf der Hälfte in Leck zu landen. Das ist auch vertraute Heimat, hier habe ich beim AG52 für 7 Jahre an der Phantom geschraubt. Lang ist es her, war eine tolle Zeit mit Anfang Zwanzig.

ehemalige Airbase Leck, AG52, wie es in den damals vertrauten Sheltern jetzt wohl aussieht?

Weiter geht es mit Sonder-VFR nach Westerland. Wie gut, dass es den Damm gibt. Links und rechts verschwimmen Wolken und Wasser im grauen Matsch – Horizont? Immer schön am Hindenburgdamm entlang. Warum sind hier in 1.000 ft plötzlich Wolkenfetzen? Wie war nochmal der Spread? Also noch weiter runter und der Küstenlinie folgen. Da unten am Morsum Kliff habe ich als Teenager mein Modellflugzeug in den Hangwind geworfen. Die Sicht wird besser, über die Keitumer Kirche einen kurzen Queranflug und ganz entspannt auf der langen Drei Zwo bis zur Mitte ausschweben.

Mit 2 Tagen Verspätung am ersten Etappenziel angekommen.

Papierkrams nach dem Flug – und ein lecker Pilsken – Prost Goki!

Meine Mutter freut sich riesig über den Besuch, es folgt ein Tag Fliegerauszeit mit Strandspaziergang und Gartenarbeit. „Papa Echo“ ist vierfach vertäut, so macht ihm auch der kräftige Nordwestwind nichts aus. Morgens und Abends wird kontrolliert, dass die Spanngurte noch richtig sitzen.

Wenningstedt – immer wieder schön hier zu sein!

Freitag, 3. Mai: Sylt – Roskilde – Barth

Mit gewissenhafter Flugvorbereitung im Gepäck geht’s zum Flugplatz. Der Flugplan ist eröffnet und ein internationaler Flug ist schon etwas besonderes. Nur noch tanken und fertig, da kommt ein freundlicher Herr aufs Vorfeld, der Tankwart? Nein, es ist der Herr vom Ministerium zur amtlichen Kontrolle. Es ist alles in Ordnung und so erfolgt der Start doch noch minutengenau nach Flugplan.

Abflug Westerland

Wegen des schlechten Wetters ist auf den FIS-Frequenzen wenig los und so komme ich gut mit dem englischem Sprechfunk klar, 6 mal muss jedoch die Frequenz bis Roskilde gewechselt werden. Unterwegs stehen dicke Schauer im Weg, die aber gut zu umfliegen sind.

Blick nach rechts – dicker Schauer über Sonderborg, die Kurslinie war über den Flugplatz geplant.

Blick nach links – schönste Aussicht über dänische Inseln

die Große Belt Brücke – Stoere Baelt – es regnet schon wieder

Ankunft Roskilde

Gegen 13:30 Uhr bin ich schon in Roskilde angekommen. Der Flug hat Spaß gemacht und das Wetter ist recht ordentlich, da geht noch was? Also entfällt die geplante Übernachtung in Roskilde und es geht gleich weiter über die Ostsee nach Deutschland. Das Regenradar zeigt nur kleine dunkelblaue Flecken und größere Lücken. Am Terminal steht ein PC und so ist bei der DFS schnell ein neuer Flugplan aufgegeben. Also kurz tanken und es geht weiter.

Ich steige gerade in „Papa Echo“ ein, was ist das für ein komisches Geräusch? Ich dachte, die etwas entfernt parkende DC-3 sei ein Museum, aber jetzt lässt die DC-3 tatsächlich die Motoren an, cooler Sound! Ja, geile Sache – so rollt „Papa Echo“ gemeinsam mit einem Rosinenbomber zur Startbahn.

gemeinsamer runup check, da habe ich mir extra Zeit gelassen

Warten am Holdingpoint, zwei Taxiways führen zur Bahn, wir dürfen gemeinsam auf die Piste rollen, „Papa Echo“ ist aber der kleinere Flieger und so muss ich vor der DC-3 starten. Kaum abgehoben, etwa in der Mitte der Bahn, drängelt schon der Tower „Papa Echo, turn left now“.

Der Kurs führt von Roskilde zuerst nach Süden bis zur letzten Spitze von Falster. Von hier aus sind es nur gut 40 km über Wasser und der kräftige Nord-West Wind kommt genau von hinten. Der Himmel ist klar, ich kann auf FL60 steigen und so ist die Küste am Horizont schon im Gleitbereich – ganz entspannt übers ‚große Meer‘.

SkyDemon zeigt über Wasser den Gleitbereich an. Bis zum FKK-Strand in Prerow reicht es schon.

Mitten über der Ostsee – trotz Schwimmweste möchte ich da unten nicht landen müssen. Die Schaumkronen versprechen ordentlichen Seegang.

Darß in Sicht – Der Flugplan hat das Ziel Neubrandenburg, aber dicke Schauer versperren den Weg. Deshalb wird kurzerhand die Entscheidung getroffen, am Ausweichplatz Barth zu übernachten. Hier scheint die Sonne.

ein kleiner gemütlicher Flugplatz, kaum Flugbetrieb, aber heute sogar mit einem internationalen Flug! Wer nach Mecklenburg fliegt, sollte hier zwischenlanden. Das Taxi in die Stadt kostet 15 ,- Euro.

In Barth ist eine Übernachtung im gehobenen Hotel Speicher empfehlenswert. War ein sehr guter Tipp vom Flugleiter. Zum Abendessen ging es in das Segler-Restaurant am Hafen und zum Absacker auf die Granitz, die Kneipe auf dem Wasser mit eingebautem schwankendem Boden. Der Holzofen bollerte und es war mit einigen Einheimischen ein gemütlicher Abend.

Samstag, 4. Mai: Barth – Schönhagen

Ziel des Tages ist Schönhagen und Übernachtung bei meiner Schwester bei Potsdam. Es war aber nur eine Strecke und so wurde vorher noch ein Sightseeing-Flug entlang der Küste über Rügen, Peenemünde und Heringsdorf geplant.

Alles fertig zum Abflug, ob es in Peenemünde Modellraketen zu sehen gibt? Das NOTAM warnt zumindest davor. Jetzt geht es los, doch dann die Überraschung – das Funkgerät will nicht so, wie es soll, was für ein Sch…!!!

Nach Rücksprache mit Uli gab es eine kleine Feldreparatur, eigentlich eine kleine Sache, aber beim Zusammenbau fiel eine Schraube unter das Bodenblech! Also Sitz und Boden ‚raus und suchen. Wie wartungsunfreundlich solche alten Flugzeuge doch sind… So ein Mist, Schrauben statt Rügenrundflug, diesen Tag hatte ich mir ganz anders vorgestellt.

gegen 17 Uhr ging es dann endlich los, direkt nach Schönhagen, sehr schönes Flugwetter, Sicht bis zum Horizont, interessante Wolken und eine abwechslungsreiche Landschaft

die Schauerwolke zieht wie Sau, eine schöne, gerade und dunkle Unterseite, das Steigen nehme ich im Geradeausflug mit, das macht „Papa Echo“ etwas schneller. Unten im Bild ist der Flugplatz Neuruppin, die Segelflieger sind auch unterwegs und tummeln sich an dieser Wolke. Hier in Neuruppin habe ich mit dem Cirrus oft gewendet, von Lübeck aus ist Neuruppin die erste Wende auf einem schönen 500er Dreieck.

Ankunft um 18:30 Uhr in Schönhagen. aufgrund des schlechten Wetters (Hä?) ist kaum Betrieb, und meine Schwester bietet einen 1a Shuttle Service mit Vollpension, Danke!

Sonntag, 5. Mai: Schönhagen – Ballenstedt – Werdohl

Hmm, direkt über den Harz? oder links rum? oder rechts rum? Wo stehen Schauer?

Abflug Schönhagen gegen 11:30 Uhr – wer winkt da unten? Danke fürs Frühstück! Sehr schöne Streckenflugbedingungen, ob ich es mal ohne Motor versuche? Im Westen soll das Wetter schlechter werden, so möchte ich keine Zeit verlieren und nehme die besten Bärte nur im Geradeausflug mit. Die gewonnene Höhe wird anschließend in Fahrt umgesetzt.

Überquerung der Elbe bei Barby, am Horizont ist Magdeburg zu sehen.

Tankstopp in Ballenstedt, auch ein netter kleiner Platz, der zum wiederholten Besuch einlädt. Oder im Juli zum Metal Festival, aber dann ist die Landebahn ein Campingplatz: www.rockharz-festival.com

weiter geht es – direkt auf Kurs über den Südharz, den Blocksberg lasse ich rechts liegen – das Regenradar zeigt im Westen schon herein ziehende Schauer

Göttingen – immer noch sehr gutes Flugwetter, aber die Wolken werden schon dichter.

Im Sauerland hat es Vormittags kräftig geregnet. Bei Brilon versperrte ein dicker Schauer den direkten Weg und ich musste dicht an Paderborn ausweichen. Hier kurz vor dem Ziel klart es wieder auf, und Restfeuchte hängt über den Bergen. Im Funk ist schon die „Whisky Delta“ zu hören – yes, das ist fliegerisches Heimatrevier, die letzten Kilometer genieße ich besonders.

15:49 Uhr – wieder Zuhause – was für eine erlebnisreiche Rundreise!

Ach ja, unterwegs fiel mir auf, wofür das „SF“ in der Typbezeichnung des Motorseglers steht – es kann nur „Slow Flyer“ damit gemeint sein. Und genau so war es geplant – der Weg ist das Ziel!

Osterwochenende

Am Osterwochenende gab es schönes sonniges Wetter, es war weniger zum Streckenfliegen geeignet, deshalb war ich als Schlepper mit vier Flugtagen ganz zufrieden. Am Samstag gab es das obligatorische Osterfeuer und am Ostermontag einen kurzen Ausflug zum Flugplatz Siegerland. Der Strohhut mit der breiten Krempe ist ein klasse Schattenspender an sonnigen Tagen.

Am Sonntag 17. Februar wurde bei schönem Frühlingswetter in Arnsberg die „Whisky Delta“ augehallt und über das Sauerland geflogen.

Atzwentzkonzerd

Doro in der Zeche Bochum – das letzte Konzert der Tour 2018 und wir waren dabei – Elena, Detlef und Christoph – 2. Reihe, direkt vorne dran –  mit Blickkontakt und Autogramm auf dem Ticket nach der Show.

Mir hat es viel Spaß gemacht, es wurden viele alte und neue Kracher gespielt. Elena fand die Balladen besser – toll, dass wir gemeinsam da waren!

Jetzt ist Pause für die Band, aber schon im März 2019 geht’s wieder auf Tour: https://www.doromusic.de/

Champions League in Dortmund

Vor dem Anstoß waren wir noch sehr zuversichtlich einen Sieg zu feiern, schließlich war Olivia zu ihrem ersten Spiel auf der Süd! Unser BVB fing stark an und spielte hauptsächlich vor dem Belgischen Tor, aber der Ball wollte einfach nicht ‚rein. In der zweiten Hälfte wurde das Tor vor der Süd bespielt, es gab von unserem Platz aus schöne Angriffe und Pässe zu sehen, aber der Ball wollte immer noch nicht ins Tor und so blieb es beim langweiligen 0:0

 

Accept in Köln

ein sehr tolles Konzert in der Live Music Hall – klein aber fein und richtig dicht dran

Die PA war mehr auf das rückwärtige Publikum ausgerichtet. Vorne an der Bühne war deshalb der Sound direkt von der Bühne zu hören, das Schlagzeug kam unverfälscht direkt von vorn, sehr cool!

Rundflug übers Sauerland

Am Samstag gab es einen gemütlichen Rundflug ab Küntrop, eine Stunde durch das Sauerland, hier am Ebbegebirge, anschließend ging es gen Süden bis Siegen, weiter über das Hochsauerland an Winterberg vorbei nach Brilon und dem Ruhrtal folgend zurück nach Küntrop.

W:O:A 2018

Immer wieder toll, 4 Tage Auszeit und gute Laune in Wacken.

Die Headliner haben richtig Spaß gemacht. Genauso war es ein Vergnügen, auf den kleineren Bühnen die eher unbekannten Bands anzuschauen. 

MS Europa am Ellenbogen

Die aktuelle Hitzewelle lässt sich sehr gut am Ellenbogen aushalten, angenehm ‚kühle‘ Temperaturen und quallenfreies Badewasser zur Erfrischung. Beim chilligen Strandtag lassen sich allerlei vorbeifahrende Schiffe beobachten, so wie am Samstag eine Drecksschleuder. (Link zum NABU, Vergleich Emissionen Kreutzfahrtschiff mit PKW)

 

Ach übrigens, Möwen füttern verboten!!!

Ruhrtalradweg

Olivia und Christoph waren im Juli auf dem Ruhrtalradweg unterwegs. Zuerst ging es mit dem Rad nach Unna zum Bahnhof. Dann hat uns die Bahn nach Winterberg den Berg hinauf gebracht. In 3 Tagen fuhren wir in entspanntem Tempo bis nach Wickede. Dort hat Olivia die Option „Rückholer“ aktiviert.